Sarplaninac
Der
„heimatlose“ Hirtenhund?
Fara
od Drndarskog
Foto: Dragan Drndarski
Vorwort
Über
diese Rasse zu schreiben, ist einfach, dachte ich, als ich das erste Portrait
über die Hirtenhunde, die ursprünglich aus dem Sharr Gebirge, oder der Sar -
Planina stammen, schrieb. Sie sind eine anerkannte Rasse, international unter
einem Namen bekannt und man findet sie in zahlreichen Ländern.
Zudem
ist dieser Hund eine Rasse, die zu Zeiten des ehemaligen Yugoslawiens entstand.
Das heißt, Kynologen aus dem ganzen Land haben sich Gedanken gemacht,
Besonderheiten festgestellt, Hunde vermessen und beurteilt und dann einen
Standard geschrieben, diesen eingereicht und fertig ist eine Rasse. Vergessen
haben ich und andere aber dabei, dass man einen Teil der „Urheber“ nicht zu
Wort kommen ließ und das rächt sich heute.
Heute
sitzen Sarplaninci zwischen allen Stühlen, denn seit dem Yugoslawien – Krieg
wird auch dem letzten „Unbedarften“ klar, eine Rasse Sarplaninac hat es so nie
gegeben und soll es in Zukunft so auch nicht mehr geben, meinen wenigstens die
Beteiligten, egal aus welchen Gründen. Das allerdings wäre in so manchem Fall
eine Verbesserung der Qualität.
Daher
sollen in diesem Portrait auch andere Länder außerhalb des Ursprungslandes
behandelt werden, in denen Sarplaninac „gezüchtet“ werden und wie!
Dieses
Portrait wird entgegen der anderen Beschreibungen ein sehr böses werden, denn
an dieser Rasse hänge ich. Und daher werde ich von Jahr zu Jahr wütender, wenn
ich den Unsinn sehe und lese, der mit dieser Rasse betrieben wird.
Es
ist den Hunden gegenüber kriminell und Käufer werden schlicht und ergreifend
verarscht, wenn man ihnen Verpackungen auf das Auge drückt, auf denen
„Sarplaninac“ steht und in denen sich nichts als Dummheit, heiße Luft und Schrott
befindet.
Vielleicht
hat so mancher Leser dieser Beschreibung am Schluss Verständnis für meine Wut.
Ali
Noki, Alfa Bela + Anja od Drndarskog
Foto:
Dragan Drndarski
Ganz
wichtig
Als
erste deutschsprachige Seite werden wir die Hunde, die aus dem Sharr – Gebirge
stammen, in zwei Rassen trennen, weil wir davon überzeugt sind, dass es sich
tatsächlich auch um verschiedene Rassen handelt. Zum einen in den „Deltari
Ilir“ aus dem Kosovo und zum anderen in den Sarplaninac, der dann nach Serbien
gehört.
Der
Name
Der
Name sagt es aus, er wurde benannt nach dem gleichnamigen Gebirge, der Sar –
Planina, wo er seinen Ursprung hatte. Allerdings ist das der serbische Name.
Die Albaner haben ihn mehrheitlich nie anerkannt und haben nach der
Unabhängigkeit des Kosovo erst recht keinen Grund mehr dazu. Daher werden auch
die restlichen Bezeichnungen serbischer Herkunft dort sehr schnell
verschwinden. Albanisch heißt das Mittelgebirge schon immer Malet e Sharrit,
Mali i Sharrit, oder einfach Sharr.
Dieses
Gebirge erlangte traurige Berühmtheit im Yugoslawien Krieg. Denn immer wenn
Flüchtlinge über die Berge nach Mazedonien kamen, überquerten sie das Sharr.
Dieses Gebirge trennt den Kosovo von Mazedonien und beginnt an der albanischen
Grenze.
Herkunft:
Über
die Herkunft dieser sehr alten Hirtenhunde ist viel geschrieben wurden.
Streicht man die wichtigsten Passagen zusammen, bleibt nicht viel übrig und das
besteht meistens aus nationalistischem Geschwätz einiger unverbesserlicher
Serben und aus Abgeschriebenem, denn mal selber denken ist bei eine Reihe von
„Experten“ nicht mehr modern.
So
schreibt Marija Jovanovic, eine in Belgien lebende Serbin:
...
"Der Sarplaninac ist der jougoslawisch - makedonische Nationalhund. Am
öftesten trifft man ihn in seiner Heimat dem Sar Gebirge an. Auch sein Name
kommt dort her und bedeutet "Gebirgsbewohner von Saraberg". Durch
Jahrhundert lange geographische Isolation und raues Klima blieb die Rasse in
ihrer ureigenen Primitivität erhalten.
Die
Ahnen des Charplaninatz stammen aus prähistorischen Zeiten. Sie wurden
wahrscheinlich mehrmals durch Handelsaktivitäten und Kriegszüge etc. der
paleobalkanischen Reisenden nach Asien oder von asiatischen Völkern über
Migrationen zum Mittelmeerraum gebracht. Die Vorfahren dieser Rasse sind die
tibetnische Dogge und die asyrischen Kampfhunde mit Blutzufuhr der Hofhunde der
Epir und eingeborenen balkanischen Hunden."
Gane
od Drndarskog, im Alter von ca. 1 Jahr
Foto: Hartmut Deckert
Völlig
daneben die Behauptung, Vorfahren seien tibetische Doggen (siehe hierzu
"Geschichte der Hirtenhunde"). Das diese Hunde als Vorfahren nicht in
Frage kommen, dürfte unterdessen erwiesen sein. Genauso wenig übrigens
irgendwelche "Kampfhunde", egal welchen Ursprungs. Und mit den Hofhunden
des Epir meint sie wohl Molosser und auch die scheiden als Vorfahren aus. Die
Gründe hierfür wurden ebenfalls bereits beschrieben im Kapitel "Geschichte
der Hirtenhunde". Und eine „ureigene Primitivität“ verbitte wenigstens ich
mir, denn es handelt sich um sehr intelligente Hirtenhunde.
Dass
diese „Expertin“ aus Serbien stammt, merkt man bereits an ihrer Sicht der
Abstammung. Denn wenn schon, dann muss es heißen: ... ist der kosovarische –
mazedonische Hirtenhund. Denn einen „Nationalhund“ hat es dort nie gegeben. Und
antreffen wird man ihn bestimmt nicht am häufigsten in seiner ursprünglichen
Heimat. Denn dort gibt es ihn mindestens im Kosovo so gut wie gar nicht und hat
es ihn nie gegeben.
Aus
politischen Gründen wurde er zum „Nationalhund“ gemacht und gedankenlos plappert
man heute diesen Blödsinn immer noch nach. Wahr aber ist, diese Hirtenhunde
gehören keiner politischen Kaste, sie wurden von den Menschen geschaffen, die
in diesem Gebirge leben und die Arbeitshunde benötigen.
Die
„Arbeitshunde“ Bela + Cica od Drndarskog
Foto: Dragan Drndarski
Bei
Milan Lazic, habe ich auch gestöbert und der bekommt in aller Bescheidenheit
einen kleinen Rat von mir. Der lautet: Er möge seine Herkunft mal überarbeiten,
denn seit der Kosovo ein selbstständiger Staat ist, wird die Geschichte in
diesem Teil des Balkan umgeschrieben.
In
einem hat er recht, der tibetische Hirtenhunde ist mit dem Sarplaninac nicht
verwandt.
Und
er irrt, wenn er meint, im Sharr - Gebirge hießen die Hunde Sarplaninac. Denn
dort hatten sie Namen, die ihnen die Hirten aufgrund äußerlicher Merkmale
gaben. Heute aber will man im Kosovo wieder auf den alten Namen zurück, nicht
aber auf die Rassevertreter, die sich darunter oft verbergen.
Im
übrigen waren und sind die Kosovaren eben der Meinung, ihre Hunde seien zwar
die Vorfahren des Sarplaninac, aber die Hunde des Sharr – Gebirges sind eine
eigene Rasse.
Helmut
Scholtes stochert auf seiner Internetseite reichlich im Nebel, bzw. übernimmt
einen Text über diese Hunde. Er schreibt:
...
"Die Geschichte des Sarplaninac ist sehr alt, aber nicht besonders klar,
es ist jedoch überliefert, dass, dem Sarplaninac ähnliche Hunde, seit vielen
Jahrhunderten von den Bauern und Viehhirten Mazedoniens gezüchtet wurden.
Es
gibt viele Theorien, wie der Sarplaninac in die östlichen Berggegenden von
Jugoslawien gekommen ist. Eine der Theorien ist, dass der Sarplaninac von dem alten Molosser Hirtenhund von Epirus
stammt. Es waren uralte Illyrianische Stämme, die auf der Balkanhalbinsel
wohnten. Man glaubt, dass der Molosser von den unbezähmbaren Tibetanischen
Hunden abstammen, und die wiederum von den Tibetanischen Wölfen abstammen.
Sarplaninac
zeigen die Einzigartigkeit Ihres Temperamentes Dank der Schäfer mit denen sie lebten. Seit Jahrhunderten suchten die
Schäfer von Sara, Korab, Bistra und Kopaonikberggegenden nur Hunde aus, die
imstande waren, die Herden zu verteidigen, unter erschwerten Lebensbedingungen
durch die Anwesenheit von großen Raubtieren, wie Wölfe und Bären, die, wie man weiß, in großen Mengen
in Jugoslawien auftauchen.
Die
Schäfer brauchten Hunde, die alleine mit der Herde in den Bergen gelassen
werden konnten für einige Tage, und die die richtigen Entscheidungen bei Gefahr
treffen würden.
Sarplaninac
bekamen 1939 volle internationale Anerkennung, als sie bei der FCI (Federatin
Cynoloqugue Internationale) offiziell eingetragen wurden. Zu der Zeit wurden
sie als Ilirische Schäferhunde mit der Nummer 41 eingetragen. Im Jahr 1957 , auf Antrag der Yugoslav
Cynological Association wurde Ihre Bezeichnung in Jugoslawischer Schäferhund -
Sarplaninac umgeschrieben."
Sarp
od Drndarskog
Foto: Dragan Drndarski
Auch
seine Abstammungstheorie ist falsch und da sie sich mit zahlreichen anderen
deckt, wohl abgeschrieben und die Hirtenhunde der Molosser würde ich gerne mal
sehen. Dazu schreibt Roland Kaschel:
...
"Über die Molosser wurde schon sehr viel geschrieben, aber eigentliche
Molosserhunde gab es eigentlich nie. Das ist nur eine Prägung der modernen
Kynologie für besonders schwere Hunde. Es ist nur überliefert, dass es beim
Volk der Molosser in Molotien große, kräftige und mutige Hunde gab, die auch
zum bewachen der Herden verwendet wurden. Diese Hunde wurden aber auch immer
für die Großwildjagd, den Schutz der Siedlungen und bei Auseinandersetzungen mit
feindlichen Stämmen eingesetzt...
In
der Pindos Region Griechenland/Albanien lag die Provinz Molotien. Das aus
anderen Gebieten derartige Hunde nicht erwähnt werden heißt nicht, dass es
derartige Hunde dort nicht gab. Der gesamte Balkan ist auf Grund seiner
ortgraphischen Besonderheiten schon immer ein Gebiet gewesen, in dem die
Herdenviehzucht ein entscheidender Wirtschaftszweig war. Die Herdenviehzucht
breitete sich vom Zweistromland zuerst in Richtung Kleinasien - Balkan aus und
dann erst in andere Teile der Welt."
Zurück
zu Helmut Scholtes. Eine Bemerkung kann ich mir da allerdings nicht verkneifen.
Nämlich den Satz, "Man glaubt, dass der Molosser von den unbezähmbaren
tibetanischen Hunden abstammen", als völligen Blödsinn zu bezeichnen. Wo
hat es jemals auf dieser Welt unbezähmbare Hunde gegeben? Und die Do-khyi
Besitzer werden hoch erfreut sein, wenn sie so einen Quatsch lesen. Und noch
etwas frage ich mich, welche östlichen Berggegenden meint er und wo bitte gibt
es in Yugoslawien Wölfe und Bären, die,
"wie man weiß, in großen Mengen in Jugoslawien auftauchen"? Das Sharr
– Gebirge liegt im Süden des ehemaligen Yugoslawiens und mit den Bären und
Wölfen ist es auch nicht mehr so toll und zwar seit vielen Jahren.
Foto:
Herbert Jahn
Auch
nicht richtig, seine Behauptung, Schäfer brauchten Hunde, die tageweise in den
Bergen mit den Herden alleine bleiben konnten. Wer sich schon mal ernsthaft mit Wanderschäferei und Nomadentum
beschäftigt hat, weiß, dass so etwas nie vorkommt. Es besteht nämlich kein Grund
zu einem derartigen Verhalten und die tägliche Arbeit der Schäfer lässt so
etwas gar nicht zu. Außerdem wären die Hunde völlig überfordert.
Und
auch ihm sei „ins Stammbuch“ geschrieben, seine Ideen zum Namen der Rasse sind
oberflächlich und sie beschäftigen sich nicht mit dem Ursprung, denn dann wäre
auch ihm klar, dass die Hunde viele Jahrhunderte so hießen, wie sie die Hirten
des Sharr Gebirges aufgrund ihres Aussehens nannten, aber nicht Sarplaninac,
oder wie einige Herrschaften den Namen sonst noch schreiben.
Bei
der ehemaligen Vorsitzenden des JHK war außer dem üblichen „Gefasel“ der
Abstammung überhaupt nichts zu finden. Dafür aber umso interessanter, aus
welchem Land nach ihrer Meinung diese Rasse stammt, sie schreibt kurz und
bündig: Ursprungsland Mazedonien. Das braucht dann wohl nicht mehr kommentiert
zu werden.
Abstammung
Viel
mehr erhellendes - aber noch jede Menge „Blödsinn“ - habe ich nicht gefunden.
Daher mal ein anderer Versuch, den Ursprung, oder die Abstammung zu verfolgen.
Ob er stimmt, sei dahingestellt, denn auch für diese Rasse gilt, wie für alle
Hirtenhunderassen, niemand hat jemals über diese Rassen in den vergangenen
Jahrhunderten Aufzeichnungen hinterlassen.
Sarplaninac
Ando aus Bosnien – Herzegowina
Foto:
Berna Kobaslic
So
wurde der Sarplaninac als Rasse 1939
von der FCI unter dem Standard Nr. 41 als "Illyrischer Schäferhund"
anerkannt und 1957 wurde der Name in "Jugoslovenski ovcarski pas -
Sarplaninac" abgeändert.
Schon
beschrieben, die Hunde stammen natürlich aus dem Gebirge, von dem sie ihren
serbischen Namen haben, also aus der auf serbisch „Sar – Planina“. Darüber sind
sich alles Kynologen des ehemaligen Jugoslawien einig. Stimmt nicht ganz, denn
ausgerechnet die Bewohner aus den Bergen hat man nie gefragt. Also schon
irgendwie absurd.
Diese
Abstammung führte vor gar nicht so langer Zeit zu heftigen Diskussionen
innerhalb Restjugoslawien oder heute Serbien. Darüber schreibe ich im Kapitel
der Zucht in Serbien und im folgenden Kapitel der Geschichte des Sarplaninac.
Die
Hunde des Sharr – Gebirges wanderten nicht nur eine kurze Strecke südlich, also
nach Mazedonien, sondern die „Hauptrichtung“ war der Norden und endete
vorläufig in Slowenien. Alles unter dem Namen Illyrischer Schäferhund. Wandern
heißt aber auch Veränderung und Anpassung an die neue „Umwelt“. So wurden die
Hunde kleiner, veränderten ihr Haar und auch die Farben, bzw. alte Farben
verschwanden und warum das so war, ist auch nachzulesen in der
Rassebeschreibung des Karstschäferhundes und im folgenden Kapitel.
Veränderung
bedeutet aber auch, die Hunde bekamen ein anderes Aussehen und das wurde dann
in einem Standard festgelegt, der von den Hunden der heutigen Kosovaren enorm
abweicht. Nichts besonderes, denn so erging es vielen Hirtenhunden auf Wanderungen,
die oft viele Jahrhunderte betrugen. Und so entstehen bekanntlich neue Rassen.
Bestes Beispiel die „weißen“ aus Ungarn, Polen und der Slowakei.
Rile
od Drndarskog und der tut nichts, der will nur spielen
Foto: Erich Hoffmann
Geschichte
Waren
die Jahrhunderte bisher eine "Multikulti Gesellschaft der
Hirtenhunde", so begann man im ehemaligen Jugoslawien Anfang des 20.
Jahrhunderts mit der Einteilung der Hunde in Rassen wie in anderen europäischen
Ländern auch.
Hierbei
aber spielten die vielen nationalen Befindlichkeiten der verschiedenen Völker
im ehemaligen Jugoslawien eine große Rolle. Zudem waren sich die Kynologen des
Landes nicht einig, was sie unter einem jugoslawischen Hirtenhund verstehen
sollten. Denn die Frage stellte sich, ob darunter der alte Schlag der Hunde des
Sharr – Gebirges gemeint sein sollte, oder die auch die Hunde Sloweniens,
Kroatiens und Serbiens, neuerdings auch Montenegros, die zwar von diesen
abstammten, aber sich im Laufe der Zeit verändert hatten.
Der
kleinste gemeinsamste Nenner hieß daher "Illyrischer Schäferhund" und
darunter fanden alle Schläge eine einengende und falsche Heimat. Falsch
deswegen, weil sich unterdessen in Slowenien der "kleine Bruder" des Sarplaninac etabliert hatte. Nach
der Trennung dieser beiden Hunde hieß dieser erst "Karst - Schäferhund" und später Kraski Ovcar.
Dazu
schreibt Dr. Ludvig Matlas:
"
...Trotz der Tatsache, dass der Kraski Ovcar eine sehr alte, bodenständige
Hirtenhunderasse ist, ist sie züchterisch gesehen jedoch sehr jung. Der erste
überhaupt eingetragene Wurf fiel 1928 im Zwinger "Podgora", Züchter
war Dr. I. Lovrencic....
Erst
1939 wurde die Rasse unter dem Namen "Illyrischer Schäferhund" in
Stockholm anerkannt. Über die Herkunft kann man nur Vermutungen anstellen. Genaue
Nachweise, woher die heutigen Hirtenhunde und doggenartigen Hunde stammen, kann
man nicht führen... Somit können wir annehmen, dass der Illyrische Schäferhund
von bodenständigen Hunden aus Epirus (westlich vom heutigen Mazedonien)
abstammt....
Dieser
Hund hat sich von der Sarplanina über den ganzen Sandjak, die Suva planina und
die Stara planina östlich und nordwestlich über das Kopaonik - und das Dinara -
Gebirge bis zum Karstgebirge, der Kras in Slowenien verbreitet....
Bei
jeder Herde waren als Wächter... Hirtenhunde beschäftigt. Sie bewachten die
Schafe in den großen Gebirgsöden vor Wölfen und nicht selten auch vor Bären.
Nach Nordwesten hin wurden die Bauern immer ärmer und die Herden immer kleiner.
Mit ihnen hat sich auch der eingesetzte Hirtenhund verändert - frei nach dem
Motte: großer Bauer, großer Hund, kleiner Bauer, kleiner Hund. Auch gab es in
Slowenien nicht so viele Wölfe und Bären wie im Süden Jugoslawiens, so dass die
verwendeten Hunde nicht so riesengroß sein mussten....
Die
ursprünglichen Hirtenhunde im Karst, Brkini, Snezik und bis ins Gebirge um
Kocevje waren somit kleiner und hatten auch ein etwas anderes Aufgabengebiet
als die Artgenossen im Süden. Die Karstschäferhunde haben die Schafe nicht nur
bewacht, sondern halfen auch beim Hüten, ihre Arbeit war also vielseitiger....
Im Jahr 1924 wurde als erster Krasevec ein Hund namens "Levi" zur
Eintragung vorgeführt.
Wie
schon erwähnt, wurde der Illyrischer Schäferhund erst am 2.6.1939 offiziell
anerkannt. Sein Standard wurde 1948 anlässlich der FO -Konferenz in Bled
(Jugoslawien) vervollständigt und dabei auch der Schargebirgshund als eine
Variante des Illyrischen Schäferhundes anerkannt. Der Name "Illyrischer
Schäferhund" stammt übrigens von Dr .Lovrencic, da der Hund als
"Karst -" oder "Istrianer Schäferhund" möglicherweise von
der italienischen Vormacht als italienische Rasse vereinnahmt worden wäre.“
Kraski Ovcar
Foto: Emil Pizmoth
Ein
vollständiges Portrait des Kraski und damit auch seiner Geschichte habe ich
bereits veröffentlicht. Dr. Ludwig Matlas ist als Fachmann der beiden Rassen
international anerkannt. Die Idee, auch den Hirtenhund aus dem Sharr – Gebirge
als eine Variante des Illyrischen Schäferhundes anzusehen, stammte von allen
Beteiligten, außer den heutigen Kosovaren, die meinen dann eben, ihre
Hirtenhunde sind eine eigene Rasse.
Aber
zurück zum Sarplaninac, Dr. Ludvig Matlas schreibt weiter:
“
... 1954 hat der kynologische Dachverband Jugoslawiens (JKZ) den Illyrischen
Schäferhund in Sarplaninac umbenannt und von der FCI 1957 anerkennen lassen.
Dies geschah aus reiner Republiken - Rivalität. Die Slowenen protestierten
lautstark und beharrten auf der eigenständigen Rasse. So gab es im Jahre 1967
in Zagreb eine Kommission des JKZ, die den Kraski Ovcar nach etlichen Körungen
in Maribor, Slovenska Bistrica und Ljubljana standardisierte. Als Kraski Ovcar
wurde die Rasse endgültig offiziell anerkannt und erhielt den ursprünglichen
Standard am 11. 3. 1989. Der Sarplaninac bekam einen neuen Standard."
Bevor
diese Trennung vollzogen wurde, beeinflusste dieser kleinere Hund aus dem
Norden also die Zucht des Sarplaninac. Aus dieser Zeit stammt z.B. die im
Standard beider Rassen angegebene Farbe grau oder eisengrau. Die
"alten" Farben wurden stark verdrängt, oder kamen „aus der Mode“, ein
großer genetischer Fehler.
Aber
auch die Größe ging lt. dem Standard des Sarplaninac nach unten. Heute noch
heißt es daher, größere Hunde seien erwünscht. Ein Sarplaninac, der in
standardgerechter Größe steht, hat auf Ausstellungen keine Chance mehr.
Zahlreiche
Experten und Liebhaber des Sarplaninac wollten diese Entwicklung nicht
akzeptieren und verwiesen immer wieder darauf, daß der Sarplaninac seinen
Ursprung in den Regionen der „Sar – Planina“ hat und die dortigen Hunde wieder
in der Zucht eingesetzt werden müssen.
Und
etwa ganz wichtiges kommt hinzu, bei dieser ganzen unseligen Diskussion hatte
man diejenigen außen vor gelassen, die es eigentlich am meisten angeht, nämlich
die Bewohner des Sharr – Gebirges, also die Kosovaren und Mazedonier
albanischer Abstammung.

Chip
od Drndarskog, man fängt klein an ...
Foto: Sven Pohlers
Obrad
Scipic
Bevor
ich auf einige Artikel und Ausführungen von Obrad Scipic eingehe, sind mir die
folgenden Zeilen wichtig. Seine Veröffentlichungen sind richtig, aber sie sind
etwas älteren Datums. So wie sie anschließend zitiert werden, decken sie sich
meistens mit meiner Meinung. Aber unterdessen hört man über ihn in Serbien und
anderen Ländern soviel widersprüchliches in Bezug auf die Zucht, dass ich
darauf aufmerksam machen wollte.
Was
an dem Gehörten stimmt, oder nicht stimmt, kann ich nicht beurteilen, aber ich
meine, man sollte sich an das halten, was man schreibt, es sei denn, man
erkennt Fehler. Dazu ist mir nichts bekannt. Weil ich aber diese Warnungen
ernst nehme, muss dieses kleine Kapitel eben sein.
Der
Standard
Wie
schon geschrieben, nach meiner Meinung ist es wichtig, diesen Standard in aller
Ausführlichkeit darzustellen, weil es eben „Sarplaninac“ gibt, die noch nicht
einmal etwas mit dem bisherigen Standard der FCI zu tun haben, aber in Europa
als besondere Exemplare dieser Rasse verkauft werden und das noch von Züchtern,
die neben dieser „Tätigkeit“ auch anerkannte Zuchtrichter der nationalen Clubs
und der FCI sind.
Wie
dieser Standard zustande kam, will ich mit einem Artikel von Obrad Scipic
aufzeigen. Nicht verschweigen aber sollte man, dass es im Kosovo einen neu
gegründeten kynologischen Verband gibt und dieser hat einen eigenen Standard
entwickelt, der ihrem Deltari Ilir gerecht wird, da er sich ausschließlich an
den Hunden des Sharr – Gebirges ausrichtet, also den Krasevec nicht
berücksichtigt.
Der
erste Standard
Im
Zusammenhang mit dem ersten Standard für den Sarplaninac, der von der FCI in
Stockholm 1939 unter der Nummer 41 angenommen wurde, deuten wir auf die
charakteristischen Tatsachen und Argumente hin, mit dem Ziel eines besseren
Verständnisses der damaligen Umstände, über die bis jetzt nicht viel in der
Öffentlichkeit gesprochen wurde.
Unsere
Kynologen hatten den Hund zuerst Karstschäferhund genannt, weil man die ersten
Exemplare dieses wunderschönen Hundes gerade in Karstgebieten (St. Peter auf
Kras) gefunden hat, während in der deutschen Kynologie Strebel diesen Hund
„Illyrischer Schäferhund” genannt hat. Am 2. Juni 1939 wurde er unter diesem
Namen international registriert.
Erstmals
wurde er auf der Internationalen Zuchtschau in Ljubljana im Jahre 1926
ausgestellt, und von da an kam die Zucht dieses Hundes besonders in Slowenien
in „Schwung" ( Diese Ausführungen sind dem Buch entnommen, das 1958
gedruckt wurde unter dem Titel "Die Zucht und Ausbildung der Hunde",
Autor Dr. Ludvig Matlas, einem eifrigen kynologischen Arbeiter und einem großen
Verehrer der Rasse Sarplaninac)
Franjo
Bultz hielt sich im Jahre 1927 und 1928 auf der Sar Planina auf und nahm die
ersten Sarplaninac Hunde nach Slowenien mit. Sie wurden äußerst selten gezeigt,
und Franjo Bultz erzählte später, daß ihm die eisengraue und dunkelgraue Farbe
besonders gefallen hat.

Chip
od Drndarskog, und wird größer
Foto: Sven Pohlers
So
kam der erste Standard für den Illyrischen Schäferhund (zusammengesetzt von Dr.
Ivan Lovrencic und Theodor Drening im Jahre 1938) zustande, der im Jahr 1939
von der FCI in Stockholm angenommen wurde. Es stimmt nicht, daß auf der
Sarplanina nur eisengraue Hunde gelebt hätten. Es wurden Hunde auch anderer
Farben, z.B. der Murdz, der Kaljos, der Karabas, der Sari und andere, ganz zu
Unrecht in der Zucht vernachlässigt. Was dabei noch schlimmer war, sie wurden
später als atypisch bezeichnet. Das ist ein Auszug aus dem Text: Über die Farbe
des Sarplaninac" (1989). vom Autor Boris Spoljaric, seinerzeit Präsident
des sachkundigen Rates des KV Kroatiens, einem angesehenen Forscher und Kenner
der Hirtenhunde.
Als
er im Jahre 1955 von Korab und Sarplanina zurückkehrte, teilte Dr. L. Matlas in
einem Text unter dem Titel: "Unser Sarplaninac" folgendes mit: "
Was den Namen der Rasse und die Farbe des Fells betrifft, würde ich
vorschlagen, daß die Verantwortlichen aus dem KV Jugoslawiens wieder über den
Standard sprechen und überlegen, ob nicht der Name Illyrischer Schäferhund
geändert werden sollte in Sarplaniner Schäferhund, denn das ist sein echter
Name, und man sollte überlegen, ob nicht auch neben der eisengrauen Farbe
andere Varianten anerkannt würden, sowie sie ursprünglich vorgekommen sind,
unter der Voraussetzung, daß die Hunde einfarbig sind und gut pigmentiert...
Nur auf diese Weise würden wir zu echten Resultaten in der Erhaltung des
Rassetyps unserer geliebten Hunde gelangen."
Ferid
Muhic, ein mazedonischer Forscher, verliebt in die Sar Planina und den
Sarplaninac, schreibt in seinen häufigen Betrachtungen, die kleinen Studien
ähneln, über das "Schicksal des Sarplaninac von den genetischen, sozialen
und philosophischen Versuchungen des kynologischen Kolonialismus". Das
renommierte internationale Journal "Molosser Magazin" Heft 1/1986
bringt einen Text unter dem Titel" Der Sarplaninac, ein jugoslawischer
Molosser". Neben dem Text liegen auch einige Fotos bei, die den Hund in
seiner versammelten Kraft auf dem Terrain der Sar Planina zeigen,...unsere
Revue "ZOV" druckt jedoch Texte, in denen ausdrücklich behauptet
wird, daß es den Sarplaninac nicht mehr auf der Sar Planina gibt...Es ist
interessant, daß sich diese Texte in eine langfristige Aktion einfügen, die
deutlich sowohl die Methode zeigt, als auch die Ziele, die charakteristisch für
die Philosophie des kynologischen Kolonialismus sind. "Es nähert sich der
Tag, an dem die Kynologen aus Belgrad, Zagreb, Nis wissen werden, daß der echte
Sarplaninac nur derjenige ist, der mit der Sar Planina in keinerlei
Zusammenhang steht ...kleinwüchsiger Hund mit schwach ausgeprägtem Widerrist,
feiner Konstitution, ungenügenden Muskeln, zur Fettsucht neigend, 60-64 cm
hoch...etwas kleiner, aber stämmiger als der Collie" (Veröffentlicht im
"Großen Buch der Hunde" Paris 1973)

Danka
od Drndarskog
Foto: Dragan Drndarski
Und
die letzten Texte, veröffentlicht in diesem Winter 1998 sind fast identisch mit
denen von 1987. Unter dem Titel "Wohin geht der Sarplaninac", sollen
in Fortsetzungen die Methoden aufgezeigt werden, mit deren Hilfe man aus allen
Gewehren das seit langem aufgestellte Programm aus dem Jahre 1939 unter der
Ordnungszahl 41 eingetragen, verwirklichen will. Damit wird all das
gerechtfertigt was hinterher passierte, daß nämlich die Meinung herrscht, der
echte Sarplaninac sei nur derjenige, der nicht auf der Sar Planina aufgefunden
wurde und mit ihr in keinem Zusammenhang steht.
Dr.
Matlas aus Slowenien wie auch Boris Spoljaric aus Kroatien haben Recht. Im
Recht ist auch Ferid Muhic aus Mazedonien. Sie sagen nur das, was ein
anständiger freier Mensch sagen und sehen kann, es ist mit Argumenten
untermauert und wahrheitsgetreu, sie verheimlichen nichts denn sie haben nichts
geheim zu halten, sie waschen sich nicht die Hände in Unschuld, weil sie nichts
Unrechtes getan haben. Sie sind objektiv und fasziniert von dem Sar Planina
Gebirge und den Sarplaninci "unserem nationalen Schatz", wie es der
ehrenhafte Dr. Matlas im Jahr 1955 sagte. Ferid Muhic aus Mazedonien schrieb
einmal: " Wir sind fasziniert vom König der Caniden, der seinen Thron im
Sar Planina Gebirge hat."
das
wird mal ein richtiger Hirtenhund
Foto: Dragan Drndarski
So,
wie unser Sarplaninac im ersten Standard 1939 beschrieben wurde, und die Art
und Weise wie ihm die ungeeignete Typenbeschreibung projiziert wurde, das
zeigen die vorangehenden Bestätigungen authentischer Erzählungen, das alles
kann auf unverzeihliche Schwächen und Nachlässigkeiten im Bewusstsein der
serbischen Kynologen im Laufe der Jahrzehnte zurückgeführt werden. Es ist zwar
gut, daß die Rasse Sarplaninac einen Standard bekam, und die Anstrengungen der
Kynologen ,die diese Arbeit geleistet haben, sind lobenswert, aber es ist nicht
gut, daß die Rasse sozusagen aus zweiter Hand von Slowenien aus, vom Kras, und
nicht vom Sar Planina Gebirge aus, in den Standard gekommen ist und das unter
dem Namen Illyrischer Schäferhund und nicht unter dem Namen Sarplaninac. Es
gibt keine Informationen, und es gibt auch keinen Zweifel daran, daß das unter
gewaltsamer Weise geschehen wäre, sondern daß es ein Wunsch zur Kooperation der
serbischen Kynologen war. Man wird nie erfahren, warum das so war, und warum
man auf den Namen Sarplaninac damals verzichtete.
All das verweist darauf, daß die serbische Kynologie Jahrzehnte und noch bis
vor kurzem kein nationales Programm hatte, das sachkundige Postulate verfasst
hätte. Sie besaß keine kynologische Schule, wie es andere Länder haben, aber
dafür hat sie selbständige, zum Teil öffentlich vorgebrachte Interpretationen
entwickelt. Das dauerte jahrzehntelang an. Dann dämmerte es in der serbischen
Kynologie, man wurde sich dessen bewusst, was passierte. Da das Gewissen als
letztes im Menschen stirbt, gibt es immer jemand, der in das Nebelgrau der
Vergangenheit zurückkehrt und herum sucht um sich dann in manchen
Vereinsblättern zu melden nur um Aufsehen zu erregen. Jahrzehntelang existierte
eine Kynologie, aber es gab die erwähnten strategischen Probleme und
Fachkundiges und Nationales galt als zweitrangig, was nicht anders zu erwarten
war. So passierte folgendes, daß von 10 registrierten Rassen im ehemaligen
Jugoslawien, die Serben und Mazedonier keine einzige besaßen. So
verwundert auch die Tatsache nicht, daß manche Leute den kynologischen
Sarplaninac weit von seinem Ursprungsland, dem Sar Planina Gebirge weg
projizierten und ihm einen anderen Namen gaben: Illyrischer Schäferhund.
Was
es nicht alles gibt ...
Foto:
Erich Hoffmann
Auf
die gleiche Weise geschah es, wie der Nobelpreisträger Andric schilderte, daß
die Türken den kleinen Ilija aus einem serbischen Haus holten und auf ein Pferd
setzten, ihn nach Istanbul brachten und aus ihm den großen türkischen Mehmed
Pasa Sokolovic zu schaffen.
Obrad
Scipic
Es
war mir wichtig, bevor ich jetzt endlich den Standard des Sarplaninac einfüge,
diese Erläuterungen davor zu stellen, denn ich kann es nur immer wieder
betonen, was an Auslegungen über diese Rasse im Umlauf ist, stimmt eben mit dem
Standard oft nicht überein. Auch wenn dieser im Grunde genommen „veraltet“ ist,
sollte sich aber an ihn wenigstens ansatzweise gehalten werden. Wenigstens da,
wo er noch einen Sinn macht.
Allerdings
bin ich nicht damit einverstanden, dass von ihm immer davon ausgegangen wird,
die Hunde seien serbisch, bzw. sollen einen serbischen Namen tragen, auch wenn
sie, wie er bestätigt, aus dem Sharr – Gebirge kommen. Zu seiner Entschuldigung
ist zu schreiben, dass damals Jugoslawien anders aussah und die Amtssprache
eine andere war. Auf die Politik im Lande will ich an dieser Stelle nicht eingehen, denn das wäre ein anderes Kapitel.
Sarplaninac
Jugoslovenski Ovcarski Pas Sarplaninac
(Jugoslawischer Hirtenhund Sarplaninac)
FCI-Gruppe 2 (Pinscher
und Schnauzer - Molossoide - Schweizer Sennenhunde und andere Rassen), Sektion
2: Molossoide, 2.2 Berghunde, Standard Nr. 41 (www.fci.be)
Allgemeines Aussehen
und Eigenschaften
Kraftvoller, gut
gebauter und gebundener Hund, über der mittleren Größe. Er ist mit langem, dichten,
etwas grobem Haar bewachsen, so dass sein Körperbau gedrungen erscheint. Er hat
eine kraftvolle Konstitution, ruhiges Temperament, ist ein gutmütiger aber sehr
wachsamer Hund, der seinem Herrn ergeben ist, unbestechlich.
Die Widerristhöhe
beträgt bei Rüden durchschnittlich 62 cm, und bei Hündinnen durchschnittlich 58
cm. Erwünscht sind höhere Hunde. Rüden unter 56 cm und Hündinnen unter 54 cm
werden von der Beurteilung ausgeschlossen. Das Durchschnittgewicht des Rüden in
Arbeitskondition beträgt 35 - 45 kg, das der Hündin 30 - 40 kg.
Die Rumpflänge ist
etwas größer als die Widerristhöhe (bei Rüden 8 - 10 %, bei Hündinnen 10 - 12 %
der Widerristhöhe).
Der Kopf



Fotos: Dragan Drndarski
Die Kopflänge steht im
Verhältnis zur Körpergröße und beträgt 25 cm ( oder etwa 40 % der Widerristhöhe
) . Der Schädelteil des Kopfes ist etwas länger als der Fang und beträgt etwa
58 % bez. 42 % der gesamten Kopflänge. Bei der Hündin ist der Fang etwas länger
( 53 : 42 % ). Vom Profil gesehen ist die Schädellinie mild und sanft gewölbt,
und der Fang gerade. Einander sind beide Linien konvergent.
Die Stirn (Schädelteil)
des Kopfes ist trocken, breit, mittlere Stirnlinie ausgeprägt, vom obern und
von vorn der Seite gesehen mild gewölbt und ausgeprägt. Augenbogen schwach
ausgeprägt, Nackenwölbung nicht ausgeprägt.
Fang-Schädel-Übergang.
Der Übergang zwischen Fang und Schädelteil des Kopfes ist schwach ausgeprägt.
Der Fang ist kürzer als
der Schädelteil des Kopfes, in der Basis breit und tief. Er wird zur Spitze hin
allmählich schmäler. Das Nasenbein ist gerade und breit. Das Profil des
Unterkiefers geht vom schrägen Bogen in eine gerade Linie über, die divergent
zur Linie des Nasenbeines ist.
Die Nase ist breit und
schwarz pigmentiert.
Die Lefzen sind von
mittlerer Dicke, anliegend, die oberen gehen geringfügig über die unteren. Die
Winkel sind geschlossen.
Das Gebiss ist
scherenartig und vollständig.
Die Augen haben
mandelförmiges Aussehen, sind weder herausstehend noch eingefallen, von dunkler
oder heller Kastanienfarbe. Ihr Ausdruck ist ruhig aber durchdringend und
unerschrocken. Die Augenlidränder, wie auch alle sichtbaren Schleimhäute sind
schwarz pigmentiert.
Die Ohren sind in der
gedachten Linie eingesetzt, die die Nasenspitze und die inneren Augenwinkel verbindet,
oder unbedeutend tiefer. Sie sind fallend und werden anliegend am Kopf
getragen, in der Form des Buchstaben "V", mittelmäßig lang, und
reichen bis zur Höhe des inneren Augenwinkels der gleichen Seite. Sie sind mit
kurzem, dichtem Haar bedeckt.
Der Hals
Die obere Profillinie
des Halses im oberen Halsteil ist mild gewölbt oder gerade, die untere ist
gerade. Der Hals ist mittelmäßig lang. Wegen der dichten Behaarung sieht er
kürzer, tiefer, breiter, und bemuskelt aus, mit dem Kopf und dem Körper ist er
gut verbunden, jedoch ohne heftige Übergänge. Der Hals ist im Verhältnis zur
Rückenlinie etwas erhöht. Die Haut ist anliegend ohne Kehlhaut und Wamme. Das
Haar ist dicht, lang und grob. Am Übergang des Kopfes in den Hals ist eine
ausgeprägte Halskrause, die die Tiefe und Breite dieses Kopfteiles tiefer und
breiter erscheinen lässt.
Foto: Hartmut Deckert
Der Rumpf
Gesamterscheinung: Die
obere Linie des Rumpfes ist gerade, oder sie fällt sanft vom Widerrist zur
Kruppe. Bei Hunden, die im Gebirge gezogen wurden, wird eine Überbauung
toleriert, obwohl sie nicht erwünscht ist. Der Rumpf ist etwas länger als die
Widerristhöhe.
Der Widerrist ist mäßig
ausgeprägt und breit. Der Verbund zwischen Hals und Widerrist ist fest und der
Übergang sanft.
Der Rücken ist gerade
und breit, nicht übermäßig lang. Der Flankenteil ist kürzer, breit und
bemuskelt.
Die Kruppe ist
mittelmäßig lang, schräg nach hinten verjüngend, breit und gut bemuskelt.
Der Brustkorb: Die
Brust ist tief, ihre untere Linie reicht bis zu den Ellbogen. Sie ist mäßig
lang, mit sanft gewölbten Rippen. Die Brust ist breit, und gut bemuskelt. Der
Brustumfang soll mindestens 20% größer als die Widerristhöhe sein.
Der Bauch ist gut
ausgebildet und bemuskelt. Die untere Bauchlinie steigt sanft nach hinten. Die
Flanke ist relativ kurz, die Übergänge zeichnen sich gut ab.
Aranka
od Drndarskog
Foto: Dragan Drndarski
Die Rute
Die Rute ist lang und
reicht mindestens bis zum Sprunggelenk. Die Kruppenlinie setzt sich mit der
oberen Rutenlinie fort, ohne besonderen Übergang. Die Rute ist im Ansatz stark
und verjüngt sich zur Spitze hin. Sie ist mit dichtem, an der Unterseite langem
Haar behaart, das sie buschig erscheinen lässt. Die Rute ist säbelartig, in
Aktion höher, und im Affekt über der Rückenlinie getragen. Sie ist bogenartig.
Die Vorderläufe
In der Gesamtheit
gesehen, sind die Vorderläufe gerade gestellt, ebenmäßig im Verhältnis zum
Rumpf. Die Ellbogenhöhe beträgt etwa 55 % der Widerristhöhe. Die einzelnen
Teile der Vorderläufe sind in der Gesamtheit im ebenmäßigen Verhältnis
zueinander und zum Rumpf.
Die Schultern: Genügend
lang und breit, gut mit dem Brustkorb verbunden, leicht schräg gelagert,
schließen mit der Horizontalen einen Winkel von 65°. Der Oberarm ist bemuskelt,
schräger als die Schulter eingesetzt, schließt mit der Horizontalen einen
Winkel von 55°. Der Ellbogenwinkel (zwischen Ober- und Unterarm) beträgt 145°.
Die Elle ist breit, gerade gestellt und unbedeutend vom Brustkorb abgerückt.
Der Unterarm ist
senkrecht gestellt, von kräftigem Knochenbau, muskulös, lang und an der
Hinterseite mit langem Haar geschmückt (Fähnchen). Das Vorderfussgelenk ist
breit, tief, mit sanft ausgeprägten Übergängen.
Die Vorderfusswurzel
ist etwas schräg, kräftig und breit.
Die Pfoten sind kräftig,
mit gewölbten, gut geschlossenen Zehen, löffelförmig. Die Krallen sind dunkel
pigmentiert und fest. Die Fußballen sind dunkel bis schwarz pigmentiert, fest
aber elastisch.
Die Hinterläufe
Die Stellung der Läufe
ist, von hinten gesehen, gerade und etwas breiter als die Vorderläufe. Von der
Seite gesehen ist die Stellung ebenfalls gerade und die Winkel genügend
geschlossen. Die Keule ist gut bemuskelt, kräftig, abgerundete Muskulatur,
schräg gelagert, bildet mit der Horizontalen einen Winkel wie die Schulter. Das
Kniegelenk ist etwas mehr geöffnet als das Schultergelenk ( etwa 125° ), fest
und breit. Der Unterschenkel ist schräg gelagert und kräftig, mit genügend
tiefer Muskulatur und ausgeprägten Fähnchen.
Das Sprunggelenk ist
breit und genügend geöffnet (Winkel etwa 130°). Der Hintermittelfuß ist
kraftvoll, etwas schräger als vorne. Die Afterklauen werden selten angetroffen,
sie sollen entfernt werden.
Fara
od Drndarskog
Foto: Dragan Drndarski
Die Gänge
Der Schritt ist
raumgreifend, lang und leicht. Am liebsten bewegt er sich in mittelmäßig langem
hohen Trab. In Galopp ist er etwas schwerer aber mit langen und raumgreifenden
Sprüngen.
Die Haut
Mitteldick, elastisch,
am Körper und einzelnen Teilen gut anliegend, ohne Falten. Alle sichtbaren
Schleimhäute sind schwarz oder dunkel pigmentiert.
Das Haar
Der Kopf, die Ohren und
die vorderen Teile der Läufe sind mit kurzem Haar bewachsen. Der Hals, der
Rumpf, die hinteren Teile der Extremitäten und die Rute sind mit langem Haar
bewachsen. Unter dem langen Haar befindet sich eine kurze, feine sehr dichte
und reichliche Unterwolle. Die Haarlänge beträgt am Widerrist 10 bis 12 cm, sie
darf nicht weniger als 7 cm betragen.
Die Farbe
Der Hund ist einfarbig.
Erlaubt sind alle Farbnuancen, von weiß bis sehr dunkel, fast schwarz.
Wünschenswert sind die eisengraue und die dunkelgraue Farbe. Mehrfarbigkeit ist
nicht erlaubt. Bei pigmentierten Hunden sind kleine weiße Abzeichen erlaubt
aber nicht erwünscht. Abzeichen an der Brust und an den Pfoten sind erlaubt. Bei
allen pigmentierten Hunden ist die Grundfarbe am besten am oberen Teil des
Kopfes, Halses und Rumpf ausgeprägt. An den unteren Teilen schwächt sich die
Farbe (Pigment) ab, sie wird an den unteren Teilen der Läufe heller
(schmutziggrau, bzw. gelblich). Diese Übergänge in heller Farbe dürfen nicht
stark sein, so dass der Anschein der Mehrfarbigkeit entsteht.
standardgemäße
Färbung, auch der Augen
Foto: Dragan Drndarski
Das Gewicht
Bei Rüden in
Arbeitskondition soll das Gewicht etwa 35 - 45 kg betragen, bei Hündinnen etwa
30 - 40 kg.
Typenmängel
Leichte:
Ungenügend ausgeprägte
Breite des Schädelteils, etwas zu langer Fang, schwächer ausgebildete Kiefer,
ungenügend ausgeprägte Breite und Tiefe der Brust, zu flache oder zu stark
gewölbte Rippen, schwach ausgeprägte, unrichtige Stellung der Läufe, etwas
kürzeres Haar (wobei die Fähnchen gut ausgebildet sind), weiße Abzeichen an der
Brust und an den Pfoten, etwas kürzere Rute, Hasenpfoten, wie auch alle
leichten Körperfehler.
Schwerere:
zu langer, spitzer
Fang, stark ausgeprägter Fang – Schädel - Übergang. Hochangesetzte und
ungenügende Ohren, Zangengebiss, durchgebogener Rücken, seitliches Tragen der
Rute, lymphatische Konstitution, wie auch alle schweren Fehler.
Disqualifikationsmängel:
Fehlen der Prämolaren,
große Disproportion der Länge und der Widerristhöhe, ungenügende Widerristhöhe,
ungenügende Haarlänge (unter 7 cm). Erscheinen der Mehrfarbigkeit,
Tigerstreifen, Erscheinungen (Brachyngatie oder Prognatie), ausgeprägte
"O" oder "X" Stellung der Läufe, angeboren kurze Rute oder
Rutenlosigkeit, stark durchgebogener Rücken und andere degenerative
Erscheinungen.
Soweit
der Standard.
Wer
nun sich die Mühe gemacht hat, diesen Standard genau zu lesen, wird bemerkt
haben, mit den Hunden, die heute auf Ausstellungen erscheinen und mit denen
auch gezüchtet wird, hat dieser nicht mehr soviel zu tun. Daher sollte er
überarbeitet werden. Viel wichtiger aber wäre, die Hunde wieder
standardgerechter zu züchten.
Aber
noch etwas ist wichtig, nämlich die dusselige Diskussion über Mischlinge in
Serbien und anderen Ländern, weil man sich dabei auf den Standard beruft. Würde
das jemand ernst nehmen, wäre die Zucht des Sarplaninac am Ende.
Das
der Standard auf wackeligen Füßen steht, haben auch eine Reihe von Kynologen,
Richtern und Züchtern bemerkt und daher hat sich Obrad Scipic daran gemacht,
den Standard zu interpretieren, oder auszulegen. Diesen Artikel habe ich zwar
etwas gekürzt, aber wichtig ist er schon. Nicht alles, was er vertritt, deckt
sich mit meiner Meinung, genannt sei als Beispiel die uralte Sage von den
Molossern.
Danka
od Drndarskog,
Foto: Dragan Drndarski
Die genaue Erklärung des
Exterieurs
Allgemeines
Der
Sarplaninac gehört zur Gruppe der Hirtenhunde und hier wieder zu den Molossern.
In diesem Sinne müssen wir zuerst ein Urteil darüber abgeben, ob der
vorgestellte Hund in seinem Aussehen den Eindruck eines molossoiden
Hirtenhundes macht. Erst dann kann man beginnen, die einzelnen Punkte des
Standards zu definieren.
Bei
der Bewertung muss man sich vor Augen halten, daß grundsätzlich für den
Phänotyp ein molossoides Aussehen und ein standardgerechtes Aussehen für einen
Hirtenhund aus dem Osten zusammengehören. Man muss aber gleichzeitig
verantwortungsvoll bestimmte Unterschiede bewerten, die, auch wenn sie nicht
bedeutend erscheinen, einen Gehalt und Wert besitzen, die den Typ darstellen.
Diese Unterschiede und die jeweilige Wertigkeit für den Typ des Sarplaninac,
regelt der Standard.
Nachdem
wir eingesehen haben, daß sich die Hunde dem Exterieur nach in einen globalen
Typ von Hirtenhunden einordnen lassen, beginnen wir mit dem Anschauen der
Einzelheiten des Exterieurs, die im Einklang mit dem Standard stehen. Mit
dieser Methode stellen wir fest, ob der Sarplaninac dem vorgeschriebenen
Standard entspricht, und ob er die wichtigsten Rassekennzeichen aufweist, die
im Standard enthalten sind.
Wie
bei der allgemeinen, ist auch bei der Einzelbewertung des Sarplaninac die
Erkenntnis am wichtigsten, daß es unzulässig ist, übergroße Unterschiede der
vorgeschriebenen Einzelheiten des Standards zu tolerieren. Eine Nichtbeachtung
dieser Tatsache führt zur Typveränderung, wovon noch gesprochen werden wird.
Die
Bewertung des allgemeinen Aussehens
Die
Auslegung des Standards für das allgemeine Aussehen des Sarplaninac lautet so,
daß er ein kräftiger Hund über der Mittelgröße ist, für den im Standard keine
Obergröße angegebenen wurde, und von dem ein harmonischer Körperbau gefordert
wird. Der Standard sagt für die Hirtenhunde, daß höheres Wachstum wünschenswert
ist. (Kräftige Konstitution mit deutlichen Geschlechtsunterschieden).
Kole
od Drndarskog,
Onkel von Arap od Drndarskog
Foto:
Hartmut Deckert
Hält
man sich all das vor Augen, dann erkennt man, daß der Standard den Gesamttyp
bewertet nach seiner Größe und Konstitutionsstruktur. Ist es ein großer, ein
mittlerer oder ein kleiner Hund. Dazu kommt die Bewertung der übrigen
wesentlichen Kennzeichen, die gegeneinander abgewogen werden, z. B. das
allgemeine Aussehen, die körperliche Kraft, die Beweglichkeit und den
Charakter. Das alles sind feststehende Faktoren, die bestimmt worden sind von
der Entstehung, der Zuwendung und der Nutzbarkeit der Rasse.
Die
Bewertung einzelner Körpermerkmale
Damit
eine vollständige Einsicht des Exterieurs möglich ist, muss jede Körperregion
einzeln bewertet werden, z. B. der Kopf, der Hals, der Widerrist, der
Brustkorb, der Rücken, die Lende, die Kruppe, die Extremitäten, der Bauch, das
Skelett, die Haut, das Haar, sekundäre und primäre Geschlechtsmerkmale, der
Charakter, die Beweglichkeit.
Der
Kopf
Großes
Volumen, aber immer proportional zur Körpergröße, vom Typ her molossoid, von
der Skelettstruktur nicht lang und schmal, aber auch nicht kurz und breit, den
geometrischen Rahmenlinien nach stumpf keilförmig. Kennzeichen der Rasse ist
eine sanft divergente Nasen - Schädellinie. Die Nasenlänge ist immer kürzer als
die Länge des Oberkopfes. Die Fangtiefe ist fast so groß wie die Fanglänge. Die
Linien des Kopfes gehen sanft ineinander über. Jede Vertiefung und jeder
Kontrast dieser Form stellt einen Fehler dar.
Die
Art, wie der Kopf getragen wird und der Übergang zum Nacken sind sehr wichtig.
Das gilt für jede Rasse und auch für den Sarplaninac. Es gilt die Regel, daß
die Kopflinien, die sanft abgerundet in die Halspartie übergehen, sichere und
leichte, keine schlaffen Bewegungen, ermöglichen. Der Kopf wird nur dann mit
Eleganz getragen, wenn die Kopf/Halslinie eine entsprechende Verbindung zeigt.
Die Kopfachse zeigt mit der Horizontalen eine Linie, die kleiner ist als 45
Grad und mit der Achse des Halses einen Winkel, der größer ist als 90 Grad. Der
Sarplaninac zeigt so eine vorschriftsmäßige waagerechte Stellung des Kopfes.
Das ist für alle Hirtenhunde so. Eine zu hoch aufgerichtete Kopfhaltung ist
nicht richtig.
Sarplaninac
Kole + Kaukasin Leika
Foto:
Hartmut Deckert
Der
Oberkopf
Die
Stirne und der Schädel sind durch eine ausgeprägte Mittellinie getrennt. Im
Profil verläuft die Linie Fang/Oberkopf sanft und von oben gesehen ist der
Oberkopf am breitesten und sanft abgerundet. Stufenweise wird er zur Wurzel des
Fanges hin schmaler und zusammen mit dem Fang, bildet der Kopf einen stumpfen
Keil. Ein wesentlicher Faktor der Rasseeigenheit ist, daß der Schädel in seiner
Gesamtheit einen kräftigen Eindruck macht.
Der
Fang
Er
ist breit und tief, von oben gesehen ist er breit und verjüngt sich sanft gegen
die Nase zu, er ist kürzer als der Oberkopf. Die Oberkante des Nasenrückens
bildet zusammen mit dem vorderen Nasenspiegel einen rechten Winkel, was für alle
Hirtenhunde wünschenswert wäre. Der Unterkieferknochen hat eine breite Basis,
das Nasenbein fügt sich harmonisch ein und die Nase hat gut geöffnete
Nasenflügel. Alle sichtbaren Schleimhäute am Fang, das Zahnfleisch, das Innere
der Nasenflügel, die Lefzen und die Augenlider sind auf jeden Fall schwarz.
Die
Lefzen und das Gebiss
Da
der Sarplaninac wie auch die anderen Hirtenhunde zum leichteren Typ der
Molosser gehören, d.h. zu Hunden mit stumpf keilförmigem Fang und einem
ebensolchen Gesamtschädel, ist es nicht möglich, daß die Lefzen, die mitteldick
oder dick sind, kurz und straff werden, und daß sie gut an der Knochenbasis des
Kiefers anliegen, wie das bei den Lupoiden (wolfsartigen) und den Grajoiden
(windhundartigen) der Fall ist. Meist überlappt bei den molossoiden Kopftypen
die Lefze des Oberkiefers die des Unterkiefers, sie liegt nicht fest am
Oberkiefer an. Das gleiche gilt für die Lefze des Unterkiefers. Bei molossoiden
Kopftypen kann man keine Perfektion in diesem Falle erwarten. Es kommt öfters
vor, daß die etwas größeren Ränder der Lefzen am Unterkiefer sichtbar sind weil ihnen die Straffheit fehlt. Sie sollen
aber nicht so lose sein, daß die Ränder der Lefze nach unten zeigen. Es muss
als Fehler gewertet werden, wenn die Lefze des Unterkiefers in der ganzen Länge
nicht am Kiefer anliegt. Man müsste es auch verantwortungsbewusst sehen, wenn
die Lefze des Oberkiefers so tief angelegt ist, daß sie die untere Lefze
überdeckt. Immer sollten die Lefzen fest und nicht schlaff sein. Lange, dünne und
schlaffe Lefzen sind ein Mangel. Die beschriebenen Unregelmäßigkeiten sind der
gleiche Fehler , wie Lefzen, die zu kurz, zu straff und zu schmal sind, so wie
sie bei lupoiden Köpfen vorkommen.
leicht
lose Lefzen
Foto:
Sven Pohlers
Das
Gebiss
Im
Standard wird ein Scherengebiss verlangt. Bei Hunden, die einen typischen,
kräftigen, ausgeprägt molossoiden Kopf haben kann es sein, daß einige der
unteren Schneidezähne mit der Kante die oberen Schneidezähne berühren. Bei
solchen Typen stehen einige Zähne wie beim Zangengebiss.
Hier
wird auch die Frage nach der Selektion gestellt. Soll man Hunde abwerten oder
selektieren, die einen vorschriftsmäßigen idealen Kopftyp aufzeigen, die aber
diese eben erwähnte Unregelmäßigkeit bei der Zahnstellung haben, die nicht
standardgemäß ist? Es ist weniger schlimm, solche Fälle gut zu bewerten, als
Hunde mit perfekter Zahnstellung aber untypischen leichten Köpfen mit spitzen
Fangpartien auf einen vorderen Platz zu stellen.
Die
Augen
Sie
haben im Einklang mit dem Standard zu sein. Ein helles kastanienbraunes Auge
(im Standard vorgeschrieben) kann keinesfalls ein Mangel sein, ohne daß man die
Farbe des Fells berücksichtigt.
Sehr
dunkles und kleines Auge
Foto:
Hartmut Deckert
Der
Hals
Wichtig
ist, daß man dabei beachtet, wie der Hals getragen wird und wie die Stellung
des Kopfes dazu verläuft, denn davon hängt zum großen Teil die Eleganz und die
Schönheit eines Hirtenhundes ab. Das zu flache Tragen des Halses oder das
Tragen unter der Linie des Rückens, stellt einen schweren Mangel dar. Der Hals
ist sanft gehoben, er wird etwa in einem Winkel von 30 Grad zur Rückenlinie
getragen. Die Stellung des Kopfes, das Tragen des Halses im Verhältnis zur
Rückenlinie und das Tragen der Rute sind wesentliche Faktoren, um im Vergleich
zu anderen Hunden die typische Eleganz zu zeigen.
Das
Gesamtgebäude
Man
sollte als Richter das Augenmerk auf das gesamte Rahmenbild eines Hirtenhundes
richten. Es sollte Kraft, Beweglichkeit, und Charakter, kraftvolle Energie und
Beständigkeit, eine betonte Harmonie in allen Teilen und Harmonie des Formates
ausstrahlen. Ein Sarplaninac ist ein dominantes, sehr harmonisches Tier, das
voller Selbstbewusstsein ist.
Das
Format darf keinesfalls zu langgestreckt sein, das wäre ein strenger Fehler. Die
obere Linie des Rückens hat, wie bei allen Hirtenhunden, eine herausragende
Eigenschaft, sie muss gerade sein, oder sanft vom Widerrist zur Lende
ansteigen. Ein Abfallen der Rückenlinie zur Kruppe stellt einen Fehler dar, und
widerspricht dem Typ eines Hirtenhundes.
Dale
Foto: Josif Bibulovic
Die
Lendenpartie
Sie
muss, wie bei allen Hirtenhunden kurz, breit und sehr muskulös sein. Deshalb
macht dieser Teil von der Seite her gesehen fast den Eindruck, als würde sich
die Rückenlinie zur Kruppe hin sanft anheben. Der Lendenteil ist der zentrale
Ort, an dem man Probleme in der Motorik, oder die Gebundenheit der kraftvollen
Bewegung erkennen kann. Sie ist der empfindlichste Teil der Wirbelsäule und der
Hebel der Übertragung der Kraft in den Hinterbeinen. Dieser Körperregion muss
große Aufmerksamkeit gewidmet werden.
Die
Kruppe
Sie
ist sanft, kräftig und mittellang, in ihrer Lage höchstens bis zu 25 Grad zur
Horizontalen verlagert. Sie darf nicht eng und spitz sein, sondern breit und
muskulös.
Der
Brustkorb
Man
sollte Hunde auswählen mit mittellangem oder kürzerem, tiefem und breiten
Brustkorb, die sanft gewölbte Rippen haben sollten. Eine breite Brust sollte
sehr gut mit Muskeln versorgt sein.
Die
Rute
Im
Standard wird eine normal (mittel) eingesetzte Rute verlangt. Dr. Pavlovic
sagte 1988: "Zwei wichtige Rasseeigenschaften hat der SAR, den Kopf und
die Rute. Es ist sehr wichtig zu wissen, wie die Rute in der Bewegung getragen
wird, besonders in Affektsituationen." Im Standard ist der Rute zwar eine
gründliche Beschreibung gewidmet, es kommt bei der Bewertung im Ring oder von
Züchtern öfters vor, daß es beliebige Darstellungen gibt. Der Standard ordnet
an, daß die Rute im Affekt "hoch über dem Rücken gebeugt und im Bogen
eingedreht" getragen wird. Falls ein Sarplaninac die Rute nicht so trägt,
bekommen wir Schwierigkeiten mit dem Rassetyp. In Ruhe trägt er die Rute säbelartig.
Somit ist alles klar. Eine hoch aufgerichtete Rute, die im Bogen gebeugt (und
der Bogen bildet einen unvollständigen Kreis) fast die Rückenlinie berührt, ist
ein Rassemerkmal, das viele Hirtenhunde haben.
Hier
müsste die Rute anders getragen werden, lt. Scipic
Quelle: HSO Treffen 2002
Dies
alles ist im Standard präzise definiert, jedoch bei einem kleinen T eil der Richter
und Züchter als Rasseeigenheit nicht angenommen. Warum? Sie wenden für das
Tragen der Rute eine Regel an, die für den Karster Schäferhund gilt: "In
der Ruhe hängend (er ist nicht säbelartig wie beim SAR) in der Bewegung oder im
Affekt hebt er die Rute bis etwas über die Rückenlinie" (nicht wie beim
SAR hoch aufgerichtet und im Bogen gebeugt).
Es
kommt auf den Grad der Angespanntheit und von der Bereitschaft zur Aktion ab,
wie die Rute getragen wird. Hunde der Rasse Sarplaninac nehmen die Rute kräftig
hoch, ringförmig straff, bis ein fast geschlossener Kreis gebildet wird. Auch
die übrigen Hirtenhunderassen verhalten sich meist so. Diejenigen, die die
Rasse kennen, vor allem die Hirten und auch die urbanen Züchter, betrachten
diese Rutenhaltung als ein Zeichen bester Charaktereigenschaft. Bildet die Rute
aber eine Sechs, oder wird sie ringförmig getragen, daß ein Teil auf dem Rücken
aufliegt, dann ist das ein Fehler.
Es
kommt auch vor, daß das Rutenende umgeknickt ist. Das ist nicht wünschenswert,
besonders fehlerhaft ist es, wenn es sich um eine feste Versteifung von ein
paar Gelenken handelt. Darüber sprach auch Dr. Pavlovic.
Hält
der Sarplaninac die Rute in der Bewegung schlaff nach unten, dann ist das nicht
typisch für die Rasse.
Die
Vorhand
Als
typvoll gelten Hunde mit kräftigem Skelett, harmonisch und ausgewogen im
Verhältnis zum Rumpf. Ein leichtes Skelett, wenig mit Muskeln versehen, stellt
auch in der Vorhand einen Mangel dar. Die Pfoten sind gut geformt, kompakt,
katzenartig gerundet und in gutem Verhältnis zu den Beinen. Der Winkel zwischen
Oberarm und Unterarm ist ein wenig größer als der Winkel des Schulterblatts und
des Oberarms und er beträgt 125 %.
Die
Hinterhand
Der
Verwendungszweck, der diese Rasse formte, hat die anatomischen Gegebenheiten
der Hunde bestimmt. Dieser Tatsache unterliegt auch die Region der Hinterhand
des SAR. Sie muss tadellos harmonisch, sehr kräftig und charakteristisch für
diese Hirtenhunde sein. Der Oberschenkel ist breit, kräftig und muskulös. Seine
Länge ist mit der des Unterschenkels fast gleich (33% der Höhe des Widerrists),
und die Höhe des Sprunggelenks, vom Boden bis zur Spitze ist etwas kürzer (etwa
27 %). Es wird eine anatomische Harmonie der Hinterbeine gefordert, die sich
auch in der Winkelung des Skeletts zeigt. Der Winkel zwischen dem Unterarm und
dem Sprunggelenk beträgt 145 %, denn im Standard steht, "daß der Winkel
des Sprunggelenks ziemlich offen ist", und daß denselben Winkel von 145 %
der Oberarm und der Unterarm haben.
Dona
od Drndarskog
Foto: Dragan Drndarski
Auch
hier wurde der Standard oft falsch ausgelegt, und es wurde das angewandt was
für den Karster Schäferhund gilt.
Es
gibt sehr wichtige Unterschiede beim Sprunggelenk. Für den Karster Schäferhund
ist vorgeschrieben, daß das Sprunggelenk im Winkel mäßig geöffnet ist, und
nicht so offen wie beim SAR. Da die kynologische Literatur sagt, daß der
geschlossene Winkel etwa 130 Grad beträgt und der offene 150 Grad, ist beim
Karster Schäferhund dieser Winkel geschlossener als beim SAR. Wenn wir die
angegebene Regel anwenden, könnte der Winkel im Sprunggelenk des Karster
Schäferhundes etwas über 130 Grad betragen, der des Sarplaninac etwas unter 150
Grad.
Es
versteht sich von selbst, daß eine schwache Winkelung der Hinterhand zu körperlichen
Gebrechen führen kann.
Das
Sprunggelenk ist immer breit und tief, mit kräftigem und steilem
Mittelfußknochen und mit gut entwickelten katzenpfotenförmigen Zehenknochen.
Die beschriebene Lage des Hinterhandskeletts und der Bemuskelung, soll einen
zuverlässigen Eindruck der möglichen Bewegung und Dynamik vermitteln, eine
stämmige Kraft aufzeigen, und alles in allem soll es eine harmonische
Gesamtkomposition sein.
Foto: Dragan Drndarski
Das
Fell
Die
Vorfahren des Sarplaninac aus dem Sar Planina Gebirge, dessen Standard aus dem
Aussehen und dem Verwendungszweck der Hirtenhunde resultiert, und alle anderen
Hirtenhunde aus dem Osten haben längeres oder kürzeres Haar. Der Standard des
SAR schreibt längeres Haar vor, und die Länge ist präzise auf 7 cm festgelegt.
Dabei ist berücksichtigt, daß die Haarlänge auf dem Widerrist 10 bis 12 cm
betragen kann. Es spielt keine Rolle, um welchen Haartyp es sich handelt. Der
Standard sagt, daß das Unterhaar üppig, und die Behaarung der Rute typisch ist.
Diese Eigenschaft ist für den Typ ausschlaggebend. Prof. Pavlovic hat über
diese Eigenschaft des Typs sehr oft gesprochen und gesagt, daß es für den
Sarplaninac nicht unbedingt wichtig ist, daß er in jedem Falle eine üppige
Behaarung des Körpers haben muss.
Die
Farbe
Bei
der Bewertung der Farbe des Sarplaninac kann man nicht die eisengraue oder
dunkelgraue Farbe als dominant vorziehen. Alle Farben sind gleichberechtigt,
denn man muss die Farbenvielfalt der Hirtenhunde beachten. Die Farbe ist
Geschmackssache, und es ist unzulässig, nur nach eisengrau oder dunkelgrau zu
bewerten (wie beim Karster Schäferhund), weil es dafür im Standard keinerlei
Vorschriften gibt.
Foto: Dragan Drndarski
Obrad
Scipic
Und
um das Kapitel Standard und seine Auslegung abzuschließen, soll hier noch mal
ein Artikel eingefügt werden, der meiner Meinung nach sehr wichtig ist, nämlich
wie man einen Sarplaninac einschätzt, oder seinen „Wert“ als Zuchthund
bestimmt. Das hat natürlich auch mit der Optik zu tun, sonst bräuchte man keine
Rassehunde. In meinen Augen allerdings viel wichtiger ist der Charakter der
Rasse, der wird allerdings extra beschrieben und ich bleibe vorerst bei der
„Optik“.
Die
Gesamtheit und Besonderheit der Exterieureinschätzung beim Sarplaninac
Das
generelle Problem bei der Bewertung der Hunde liegt im Kennen und Begreifen der
grundsätzlichen Elemente der Exterieureinschätzung und der Methode, wie man
damit umgeht. Nicht weniger bedeutend ist es, wie es auf die phänotypische
Eigenart einer Rasse angewandt werden kann. Es ist ein Verfahren, das der
Erkenntnis und dem Urteil über den Typ der Rasse dient. Das Kennen der
rassetypischen Eigenheiten und der Unterschiede zu anderen Rassen in
Einzelheiten und im Gesamten nach dem äußeren Aussehen und dem Charakter, führt
zu Problemen, die man nur am lebendigen Rassemodell klären kann. Es gibt kein
Kennen des Typs der Rasse, wenn das lebendige Rassemodell nicht umfangreich
wahrgenommen, und im Bewusstsein definiert wird. Diese Unterschiede zeigen
einen Rassetyp, den man nur im Sehen und Erleben begreift, nicht aber wenn man
nur den Standard liest. Daher muss der Richter, wenn er den Sarplaninac
bewertet, eine erlebte Erkenntnis besitzen, sogar eine ausgeprägte Vorstellung
des lebendigen Modells.
Solch
eine Erkenntnis und das Streben nach so einem Erlebnis erreicht man vor allem
mit der Liebe zu dieser Rasse, und durch Lernen bei der Anwesenheit eines
Richters als einem Fachmann der Rasse. Diese Bemühungen sind deshalb wichtig,
weil man den Typ einer Rasse als lebendiges Werk nicht aus einem Buch begreifen
kann und auch nicht in einem Tag. Der Typ des Sarplaninac ist genetisch sehr
stabil, aber phänotypisch ist er sehr ausgeprägt, stolz, und nicht in eine Form
eingeschlossen und immer gleich aussehend.
Er
will lieber nach Hause
Quelle: HSO Treffen 2002
Man
darf nicht vergessen, daß zuerst der Typ der Rasse Sarplaninac als lebendiges
Modell entstanden ist, das phänotypisch in einem Rahmen geformt war, und auf
Grund dieses lebendigen Modells wurde im gegebenen Augenblick der Standard für
den Sarplaninac geschrieben. Das müssen wir uns bei allen autochtonen
Hunderassen, zu denen auch der Sarplaninac gehört, vor Augen halten. Das, was
wir uns ebenfalls vor Augen halten sollten, was die Einschätzung des Aussehens
betrifft, ist, daß eine genaue Kenntnis über den Rahmen der phänotypischen
Forderungen für eine Gruppe von Hunden, welcher der Sarplaninac angehört,
existieren muss.
Wie
bei allen Hirtenhunden ist auch beim Sarplaninac das typische Aussehen in einem
weiten Rahmen und sie zeigt sich in einer großen Verschiedenheit des Phänotyps.
Ein solcher Umstand ist ein glücklicher Vorteil für die genetische Struktur und
ein Reichtum des rassischen Potentials. Auf der anderen Seite stellt er bei
uneingeweihten Züchtern und einer Zahl von Richtern ein Hindernis dar, mit
einem großen Risiko für die Rasse, die so in einen überbetonte, unsachliche
Grundauswertung führt und so im Laufe einer langen Anwendung in die Sphäre des
Dogmas übergeht, d.h. zur unumstößlichen Wahrheit erkoren wird, was in der
heutigen Zeit eine Gefahr sein kann.
Die
Störungen und die Hindernisse und auch die Gefahren können leicht beseitigt
werden, wenn die Tatsache erkannt wird, daß keine einzige Rasse, die einen
Standard hat, einen so gefestigten Stützpunkt besitzt was die phänotypische und
die genotypische Veranlagung betrifft. Keine Rasse hat, so wie er, eine solche
Erneuerungschance, ermöglicht durch die gesunde große Population seiner
Vorfahren, der Molosser aus den Bergen, die sich im Laufe der Zeit genetisch im
Ursprungsareal des Sar Planina Gebirges zur Rasse geformt haben.
Jahrzehntelang
gab es einen überbetonten Schwerpunkt auf eine bestimmte Schablone der
hellgrauen und dunkelgrauen Farbe und ihre Glorifikation als ein
bedingungsloser Faktor des Rassetyps, reduzierten seine wertvolle
Grundsubstanz, die im Laufe der Zeit zu Typveränderung führte.
Deshalb
ist es sehr wichtig, daß die Züchter und Richter die Werte der ursprünglichen
Population als Grundmaterial erkennen, als die Basis des Projekts für den
Sarplaninac. Das ist der Weg, wie wir die Werte des kynologischen Typs
begreifen werden, es ist die Bedingung, die uns die Möglichkeit für die
Rekonstruktion des Rassebildes des echten Sarplaninac gewährleistet. Wir werden
mehr Freude an einer erfolgreichen Auswahl und weniger Probleme bei der
Bewertung des Exterieurs beim Sarplaninac haben.
Cica
+ Mustra + Dora
Foto: Dragan Drndarski
Obrad
Skipic
Klingen
diese Ausführungen vielleicht zu theoretisch und zu allgemein, sollte man sich
die Mühe machen, auf Ausstellungen Richter zu beobachten, die solche
Hirtenhunderassen richten und bisher nicht anderes gesehen haben, als dass, was
ihnen z. B. in Deutschland vorgeführt wird. Mir fällt dazu immer der Spruch:
„Unter den Blinden ist der Einäugige König“ ein. Das soll nicht einmal böse
gemeint sein, denn „was der Bauer nicht kennt, frisst er eben nicht“, um einen
weiteren Spruch zu benützen.
Denn
wenn ein Richter Hündinnen als zu maskulin beurteilt, nur weil sie eben einen
kräftigen Kopf haben, wie ihn der Standard verlangt, zeigt das, wie wenig
Exemplare dieser Rasse er gesehen hat, die mit genau dieser „Optik“ nur
arbeitsfähig sind.
Zucht in den Ländern
Natürlich
gibt es eine ganze Reihe mehr Länder, als ich hier aufführe, aber die folgenden
Länder sind mir für dieses Portrait am wichtigsten. Von einigen habe ich keine
Ahnung und über andere werde ich Artikel im „Kaukasen – Blättle“
veröffentlichen.
Mazedonien
Hunde
aus Mazedonien
Foto:
Andrea Bregar
Die
Zucht des Sarplainac in Mazedonien unterscheidet sich von der des Deltari
Ilir im Kosovo schon deshalb, weil die
albanische Bevölkerung in den Bergen eine andere Ansicht hat, als die
slawischen Mazedonier.
Man
könnte diese Zucht also in zwei Teile und dann auch in zwei Rassen trennen,
einmal in die Hunde „der Ebene“, also der slawischen Mazedonier und in die
Hunde „der Berge“. Kein Wunder also, dass die Züchter in Mazedonien Hunde aus
dem Kosovo in ihrer Zucht einsetzen, umgekehrt aber nicht. Das aber ist eine
Vermischung der beiden Rassen.
Wirft
man einen Blick auf die Zusammensetzung der Bevölkerung, so täuscht diese
etwas. Nach offiziellen Erhebungen sind ca. 65% slawische Mazedonier und ca.
26% albanischer Abstammung. In den Bergen aber gilt ähnliches, wie im Kosovo,
hier stellen die Albaner einen Anteil von über 80% und damit bestimmen sie
natürlich auch die Zucht der Hunde und den Namen der Rasse.
Mazedonier
aber arbeiten seit dem Krieg immer wieder mit serbischen Züchtern zusammen und
das heißt, es wird immer mehr Wert auf „Ausstellungserfolge“ gelegt.
Bekanntlich bleibt dann der Charakter meistens außen vor und das ist nicht im
„Sinne der Erfinder“ einer Hirtenhunderasse. Auch findet man z. B. eine ganze
Reihe von Hunden, deren Haarlänge alles andere als standardgerecht ist. Das
bedeutet, die Haare werden immer länger und damit sind sie zu empfindlich für
eine Arbeit bei jedem Wetter.
Auch
in der Größe denkt man sehr oft wie eine ganze Reihe serbischer Züchter und
damit geht der Trend nach oben. Hier wäre ein Umdenken im Sinne des Standards
des Deltari Ilir sicher sinnvoll, denn was will man mit einem Riesen? Selbst
wenn dieser nur noch als Wachhund eingesetzt wird, ist ein kleinerer Hund
„ökologischer“, er verbraucht also weniger Energie.
Eine
ganze Reihe von Hunden mazedonischer Zucht haben eine vom Standard abweichende
Kopfform. Der Fang ist zu lang und zu spitz. Das könnte man als Geschmacksache
abtun, aber das wäre falsch. Denn eine kurze „Übersetzung“ ist für einen
Arbeitshund wichtig. Eigentlich ganz einfache Physik.
Foto:
Jeki
Geschichte
Wikipedia
schreibt über Mazedonien:
“
... Die Republik Mazedonien oder auch ehemalige Jugoslawische Republik
Mazedonien, kurz Mazedonien, ist ein Staat in Südosteuropa.
Mazedonien war die südlichste Teilrepublik Jugoslawiens und rief etwas später als Kroatien und Slowenien seine Unabhängigkeit aus. Seit Dezember
2005 hat Mazedonien den offiziellen Status eines EU-Beitrittskandidaten.
Um den Staatsnamen gibt
es einen Namensstreit zwischen der griechischen und der mazedonischen Regierung. Die Republik bezeichnet sich selbst als
„Republik Makedonien“ unter dem Namen „Ehemalige Jugoslawische Republik
Mazedonien“ ist sie in die Vereinten Nationen aufgenommen.“
Das Land ist ein Binnenstaat und grenzt an Serbien (teilweise an den Kosovo), Bulgarien, Griechenland und Albanien.
In der Antike wurde nur der südliche Teil des Landes zur
historischen Region Mazedonien gezählt, der
nördliche Teil mit der Hauptstadt Skopje war in der Antike unter dem Namen Paionien bekannt.
Im
6. bis 7. Jahrhundert wanderten slawische Stämme im Land ein, vom 7.
Jahrhundert an war die Republik ein Teil Bulgariens.
Anfang
des 11. Jahrh. bis ins 15. Jahrh. ist Macedonien ein Teil des serbischen Reiches.
Ab da steht es bis 1912 unter osmanischer Herrschaft.
1912/1913
finden die Balkankriege statt und damit ist die türkische Herrschaft beendet.
Mazedonien wird zwischen Griechenland, Serbien und Bulgarien aufgeteilt. Der
serbische Teil, das so genannte Vardar - Mazedonien, wird viel später als
Republik Mazedonien unabhängig werden.
1991
wird das Land unabhängig infolge des Zerfalls Yugoslawiens. Seit 2005 ist
Mazedonien Beitritts - Kandidat der EU.

Mazedonien
Quelle: Wikipedia
Monatelang
stand das Land 1999 im Licht der Öffentlichkeit, denn hunderttausende
Flüchtlinge aus dem Kosovo kamen über die Berge.
Leider
gibt es auch heute noch immer wieder Auseinandersetzungen zwischen den beiden
Nationalitäten der Mazedonier und der Albaner. Aber auch mit den benachbarten
Griechen gab es immer wieder Auseinandersetzungen, die sich hauptsächlich um
den Namen Macedonien drehten. Ein kleines Schmankerl der Geschichte ist der
Anspruch auf Alexander den Großen, den beide Länder als ihr Landeskind
betrachten.
Mazedonien war in der SFR
Jugoslawien eines der wirtschaftlich rückständigsten Gebiete
mit einer nur gering entwickelten Industrie und nur geringen Rohstoffvorkommen.
Die Arbeitslosenquote verharrte mit über 32% auf sehr niedrigem Niveau.
Im Südwesten, an der Grenze zu Albanien
liegt der Ohridsee. Zwei Drittel von ihm gehören zu Macedonien, er zählt zum UNESCO
- Weltkulturerbe.
Kirche Sv. Kaneo am Ohridsee
Quelle: Wikipedia
Die Muttersprache der
Mehrheit der Bevölkerung ist Mazedonisch,
die Sprache mit der zweitgrößten Zahl das Albanische.
Serbien
Alles
ging in der ehemaligen Republik Yugoslawien von Belgrad aus und warum sollte
das ausgerechnet bei den Hunden anders sein? Unter diesem Gesichtspunkt gesehen
ist es auch „verständlich“, dass man sich mit den anderen Völkern des
ehemaligen Staates einigte, die Albaner aber außen vor ließ. So entstanden aus
den Hirtenhunden des Sharr Gebirges erst eine gemeinsame Rasse, der Illirische
Schäferhund – komischerweise ohne die
südlichen Hunde aus den Bergen – und anschließend trennte man diese Rasse
wieder in Kraski Ovcar und Sarplaninac.
Beide
Rassen bekamen einen eigenen Standard und gingen fortan getrennte Wege. Aber
sind diese Wege wirklich sauber getrennt? Die Antwort muss eigentlich lauten
nein.
Dazu
ein kleiner Ausflug in die Geschichte der Zucht des deutschen Schäferhundes.
Bereits Ende der fünfziger Jahre verbot der Verein für deutsche Schäferhunde
(SV) die Zucht von langhaarigen und langstockhaarigen Hunden. Aber bis heute
gibt es immer wieder Welpen, die langes Haar haben, alte Linien schlagen also
bei bestimmten Kombinationen mit einem oder mehreren Welpen durch.
Schaut
man sich heute so manchen Sarplaninac an, blickt einem ein Hund entgegen, der
auch ein Kraski sein könnte. Zum Beispiel, wenn er den ausgeprägten und steilen
Stop des Slowenen hat. Dies kann man z. B. sehr häufig in Deutschland
beobachten.
Dazu
kommt die Diskussion über die Größe der Hunde.
Wie
sehr die Meinungen auseinander gingen und wie sich die Entwicklung vielleicht
noch korrigieren lässt, möchte ich anhand eines Artikels darstellen, der anlässlich einer Tagung Ende März 1998 in
Smederevska Palanka von Obrad Scipic geschrieben wurde.
Wappen
Serbiens
Quelle:
Wikipedia
Ungeeignete
und überbetonte Standardvorgaben,
Quelle
der Irrtümer auf dem Scheideweg des Phänotyps.
Ein
kynologisch standardgerechter Sarplaninac wurde aus nur einem phänotypischen
Muster der ursprünglichen Population der Hirtenhunde aus dem Sar Planina
Gebirge gewonnen. („Ein Ausschnitt des genetischen Materials aus der gesamten
Population und mit einem System von züchterischen und selektiven Eingriffen”
Ferid Muhic.)
Diejenigen,
deren beliebtestes Thema die Frage ist „wohin geht der Sarplaninac?",
umgehen dieses Problem sehr sorgfältig, damit sie nicht in etwas hineingeraten
und etwas aussagen, was für die Bewegungsrichtung des Typs aussagekräftig wäre.
Es ist nicht aussagekräftig wohin der Sarplaninac sich entwickelt, sondern
woher er kommt. Sie sehen es besser als andere wohin er sich entwickelt,
deshalb teilen sie das nicht mit, denn sie sind nicht bereit, am Anfang zu
beginnen, sondern sie fangen in der Mitte an, auf dem halben Weg, so wie es
manchem für den eigenen Gebrauch passt. Es geht immer um die Frage, woher die
Rasse kam, als der Standard festgelegt wurde, woher sie kam als der Typ
festgelegt wurde.
Man
wich aus in eine Verschwörung des Schweigens, vernachlässigte systematisch die
Mitteilung zweier Wahrheiten, dass die Hunde aus dem Sar Planina Gebirge nicht
in dem Standard berücksichtigt wurden, und dass sie auch nicht selbständig
einen eigenen Standard bekamen. In dieser Lage ist es leicht ein Philosoph zu
sein, ein Wissenschaftler, ein Beschützer und ein Patriot, und man hält immer
wieder jahrzehntelang Reden mit der Frage, wohin der Sarplaninac geht, wohin er
sich entwickelt. Solche Reden gäbe es nicht, oder sie wären anders, wenn die
Wahrheit und alles, was nachher passierte, mitgeteilt worden wäre.
Die
Wahrheit ist doch, dass dem Sarplaninac schon am Start mit dem ersten Standard
die Rampe gesperrt wurde, und dass er nirgendwohin aufbrechen konnte. Die Rampe
wurde auf der Sar Planina gesperrt, dem Ursprungsgebiet, also der genotypischen
und phänotypischen Quelle dieser besten Rasse der Welt.
Kinder
in einem kleinen Dorf im Kosovo, Aufnahme 2002
Quelle:
Wikipedia
Da
wir immer nur davon sprachen wohin der Sarplaninac geht und nicht einmal
erwähnten woher er gekommen ist, vollziehen wir mit diesem jahrzehntelangen
Schweigen der Rasse gegenüber ein Unrecht, das bewusst niemand begehen würde.
Deshalb
ist es verständlich, dass der ursprünglich standardgerechte Hund, der nur nach
diesem ausgewählten Muster ausgesucht wurde, keine Anerkennung des prunkvollen,
phänotypischen Hirtenhundes vom Sar Planina Gebirge zuließ, und auch keine
Erwähnung des Namens Sar Planina stattfand. Der Sarplaninac wurde schon am
Start seiner kynologischen Laufbahn umgetauft und wie schon erwähnt, wurde
seine ursprüngliche Abstammung nicht beachtet, man kümmerte sich nicht darum,
wo seine Wurzeln lagen, nämlich im sonnigen und farbenfrohen Sar Planina
Gebirge. All das geriet auf den Scheiterhaufen des Vergessens.
Mit
dem zweiten Standard im Jahre 1957 wurde der SAR auch nicht phänotypisch an
seine Vorfahren gebunden. Es trat aber damals zum ersten Mal der Name
Sarplaninac auf, wenn auch nur als Varietät des Karster Schäferhundes. Beide
sind aus der Population entstanden, die als Vorbild für den Standard 1939
gedient hat. Erst mit dem dritten Standard, der nach weiteren Jahrzehnten
erstellt wurde, 1968, löste sich der Sarplaninac von seinem eisengrauen und
schwächeren Bruder im Standard los, aber man lässt ihm auch jetzt noch nicht
seine Freiheit im rassischen Ausdruck. Er bleibt weiter im engen Anzug, in dem
er es sich phänotypisch nicht bequem machen kann.
Es
kommt zur definitiven Legalisierung des Karster Schäferhundes, seiner
Standardisierung. Seit vorigem Jahr (1987) wird der neue, von der FCI
angenommenen Standard für den Karster Schäferhund festgeschrieben. Dieser wurde
zum ersten Mal 1939 unter der Ordnungszahl 41 standardisiert.
Fast
60 Jahre sind wir in dem Glauben verhaftet, dass der Standard 41 der erste
Standard des Sarplaninac ist. Wir haben den Sarplaninac schlecht behandelt
indem wir uns der Politik in der sachkundigen Arbeit beugten, die die
Standardisierung des Karster Schäferhundes ermöglichte. Es ist nicht mehr
möglich zu beweisen, dass wir gut gehandelt haben, nur weil wir dachten, dass
es sich um den Sarplaninac handelt. Nun ist es endlich an der Zeit, vor diesen
Tatsachen die Augen zu öffnen.
Quelle
: Wikipedia
Mit
dem anfänglichen Umtaufen, mit dem Ignorieren des Rassenamens und des
Ursprungsgebietes der Rasse, mit dem zerstückelten abgewerteten und verarmten
phänotypischen Bild der Rasse Sarplaninac, wurde der erste Standard erstellt.
Ängstlich wurden unerhebliche Veränderungen später akzeptiert, und all das war
jahrzehntelang begleitet von einer bedeutenden Lehre, einer ausgewählten
Uniformität und Einseitigkeit durch eine dauerhafte Isolation des genetischen
Zuflusses von der Quelle. Dadurch entwickelten sich standardgerechte Hunde über
Generationen hinweg völlig abseits der ursprünglichen Generationen von
Hirtenhunden aus dem Ursprungsgebiet und es wurde eine phänotypisch neue Rasse
geschaffen und als Karster Schäferhund registriert. Es war das erste Mal, dass
man aus einer Rasse eine andere formte, und darin hatte man Erfolg. Erfolgreich
waren die, die einen klaren Kurs, ein deutliches Ziel hatten.
Ein
Teil der verbliebenen Population von Hunden wurde niemals aufgeteilt, ihr wurde
jedoch das Recht gelassen, sich anders zu nennen, nur nicht Karster
Schäferhund. Diese verbliebene Population für die sich kynologisch niemand
besonders interessierte, hatte noch keinen eigenen Namen, obwohl sie aufgrund
der gemeinsamen Entstehung, der gemeinsamen Herkunft, den gemeinsamen
Zuchtzielen als Rasse identifiziert gewesen sein müsste. Man hatte sie im Stich
gelassen. Für diese Rasse wurde der Standard erst im Jahr 1968 geschrieben. Es
war sehr schwierig und auch sehr spät und es gab wenig fachkundige Forderungen
der Kynologen. Auch deshalb war es schwierig, weil jahrzehntelang die gleichen
Forderungen im Ziele kaum Unterschiede zum Karster Schäferhund aufzeigten.
Beide Populationen und dieser jetzt ausgesonderte Sarplaninac waren ähnlich und
doch verschieden und hatten die gleichen genetischen Vorfahren, die Hirtenhunde
des Sar Planina Gebirges.
Nach
so vielen Jahrzehnten musste man einsehen, dass es den zum Karster Schäferhund
unterschiedlichen Sarplaninac gibt. Es liegt in der Natur des Menschen, dass er
schneller in einen Irrtum gerät, als aus ihm wieder herauszukommen. Es dauerte
jahrelang, bis es eine Grenze zwischen dem Karster Schäferhund und dem
Sarplaninac gab. Erst 1968 war das entscheidende Jahr. Prof. Dr. Pavlovic war
der Fackelträger der Wahrheit, er hatte über das Sarplanina Gebirge und seine
Hunde berichtet, aber in den Köpfen vieler Leute, einiger Züchter und Richter
wurde das Gewissen nicht geweckt, und sie sahen das Licht der Fackel nicht.
Kaca
+ ihr Sohn Arap od Drndarskog
Foto: Dragan Drndarski
Wir
befinden uns an einem kritischen Punkt, vor einer schicksalsträchtigen Wahl,
welchen Weg wir weiter einschlagen sollen, um das kynologische Schicksal des
Sarplaninac zu beeinflussen. Wollen wir wirklich weiterkommen, haben wir das
Recht, die Rasse und den Namen zu verändern und erkennen wir wirklich den
anfänglichen, fehlerhaften Kurs, dem wir jahrzehntelang verbunden waren? Wollen wir weiter uns im geschlossenen, gut festgestampften
Kreis drehen, wollen wir weiter in der Selektion der Hunde improvisieren und
dabei mit immer schwächeren Rassevertretern vermehren, Rassevertreter, die als
hohe Auswahl der großen Züchter propagiert werden, und die genetisch verdorrt,
biologisch erschlafft und phänotypisch uniformiert bis zur Sättigung sind?
Wollen wir auch weiter die Population, die wir Sarplaninac nennen, am
schwächeren Karster Schäferhund messen und im unendlichen Gebiet unserer Rasse
Antwort auf die Frage suchen: Wohin geht der Sarplaninac in seiner Entwicklung? Wenn wir diesen Weg gehen wollen, haben wir keine
Argumentation, wenn wir über die Rasse reden wollen. Ein solcher Sarplaninac
hat seinen Weg beendet, er ist in seinem Phänotyp geformt durch eine andere
Rasse, dem Karster Schäferhund.
Auf
diese Weise befinden wir uns auf dem Pfad des Misserfolges der Rasse und der
Leute, die sich damit beschäftigen und wir können bereits in diesen Tagen in
Veröffentlichungen der „Forschung” lesen, dass er im Sar Planina Gebirge keinen
Sarplaninac gibt.
Von
1000 untersuchten Hunden gibt es keine zwei, die dem Standard entsprechen und
die ein Pedigree haben. Die Informationen, dass es keinen Sarplaninac im Sar
Planina Gebirge gibt, ist nicht richtig, man meint wohl, dass es keinen
typvollen Sarplaninac gibt. Die Forscher sollten anders denken und auf die
andere Seite schauen, warum es den Sarplaninac, den wir heute züchten, nicht
mehr im Sar Planina Gebirge gibt. Jahrzehntelang genetisch isoliert, biologisch
soweit wie möglich reduziert, mit einem dogmatischen Verbot den Zufluss frischen,
gesunden Blutes aus den reichen Reservoir ihrer genetischen Vorfahren zu
stoppen, so konnte sich auch nicht die phänotypische Rahmenstruktur des
molossoiden Hirtenhundes bewahren.
Deshalb
gibt es auch diese Hunde nicht mehr im Sar Planina Gebirge, wenigstens nicht in
der Zahl, in der es sie geben sollte. Dazu haben auch manche Züchter, aber auch
massenhaft die militärischen und polizeilichen Zwinger beigetragen.
Sokol
Sohn der Armee in Nis
Quelle:
mir bekannt
Es
ermutigt aber sehr, dass es eine Hoffnung für die Zukunft des Sarplaninac gibt
und dass die Züchter langsam zur Besinnung kommen. Dies gilt auch für die oben
genannten Zwinger. Sie sehen ein, dass die dauerhaft falsche Einschätzung der
Rasse und die genetische Isolation der standardisierten Population katastrophal
für den Typ der Rasse war, die isoliert vom Zustrom des molossoiden Typs der
Hirtenhunde aus dem Ursprungsgebiet gewesen ist. Unter dem Druck der
quasisachkundigen Ästhetiker und der Analytiker des Genotyps, erschöpfte sich
die Population viele Jahre und sie verzerrte sich im Aussehen der Rasse bis zu
der Stufe, die darauf hinweist, dass das Bild des Typs und der
Gebrauchsstruktur gefährdet ist.
Bevor
man in den letzten Jahren zur Besinnung kam, wurden in vielen Zwingern zuerst
andere Rassen gehalten, bis man erkannte, dass der Sarplaninac aus allerbestem
Stamm kommt, dass er das Beste ist, was der Züchter zur Verfügung hat.
Die
Züchter kamen zur Erkenntnis, dass die kynologische Varietät aus dem Sar -
Planina Gebirge nur unter Verwendung von gesunden, kräftigen Exemplaren, die
vom Typ her ideal sind und die aus der angesprochenen Umgebung kommen, für die
Zucht wertvoll sind und, da diese Hunde im Sarplanina Gebirge entstanden sind,
auch nur von dort erneuert werden können. Heute gibt es keinen einzigen
Züchter, der es nicht verstanden hätte, dass er in seinem Zwinger keinen Rüden
haben kann, der nur das Blut der monumentalen, ursprünglichen Rasse besitzt.
Dasselbe haben auch die Verantwortlichen aus den Staatszuchtstätten, die massenhaft
züchteten, erkannt. Das ist der richtige Weg, auf dessen Anfang wir lange
gewartet haben.
Mit
diesem Thema und diesen Fakten wurden die Ereignisse eingeleitet, die die
weitere Entwicklung der Population der Hunde, die kynologisch Sarplaninac
genannt wurden, geprägt haben.
Dragan
Drndarski
Foto:
Hartmut Deckert
Die
Antwort auf die Frage, warum es bisher keine Diskussion zu diesem Thema gab
sollte man darin suchen, dass die menschliche Natur wenig Zuneigung zu der
Tatsache hat, über Zeiten des sündens und über schlechte Taten zu reden.
Die
Zeit, in der man gläubig und ohne nachzufragen an dem Normatismus der Rasse
festhielt, haben andere ausgenützt. In dieser langen Zeit der Massenproduktion,
die nur aus einem einzigen phänotypischen Muster entstanden ist, die fachkundig
in eine bestimmte Richtung hin ausgewählt war, es war in eine Richtung, die
keinen Prunk der phänotypischen Struktur, sondern eine hohe Uniformität
gewährleistet hat. Es wurde keine einzige Stimme laut, die auf die Unzulänglichkeit
der praktizierten Methoden aufmerksam gemacht hätte. Ist es denn möglich, dass
sich ein getrübter Blick so lange erhalten hat, wobei nichts vom Sarplaninac
gesehen wurde? Wie kann man einen Hund übersehen, der in die Legende
eingegangen ist und der als der beste Hirtenhund der Welt galt?
Alles
was war, ist hinter uns geblieben. Die blinden Strauße halten nicht mehr den
Kopf in den Sand. Immer massenhafter versammelt man sich um den Sarplaninac,
immer mehr interessieren sich dafür, immer mehr sehen auf die ursprünglichen
Hunde der Rasse, die in den Zuchtstätten gehalten werden, und das kynologische
Serbien erwacht aus dem Nebel, befreit sich von Doktrinen und Irrtümern, aus
Ängsten und dem Unwissen, in das der kynologische Sarplaninac eingewickelt war,
aus den ausführlichen "Forschungen" mit denen der Sarplaninac
verbunden wurde und dabei mit Dunkelheit bedeckt war. Seit seiner Einführung
und weitergehend fast ein halbes Jahrhundert, wuchs die erleuchtende
Erkenntnis, dass die phänotypisch stolze, monumentale und funktionell
unübertroffene Rasse des Sarplaninac auf den Thron über alle Hunde gestellt
werden muss. Solch einen Hund kann das kynologische Serbien und das
kynologische Mazedonien zusammen auch mehr als die Liebe lieben.
Foto:
Dragan Drndarski
Auf
dieser Erkenntnis keimen Zuchtklubs in ganz Serbien. Sie alle haben das Ziel,
den weiteren Verfall der Werte des standardisierten Typs zu stoppen, und
kräftigere, typischere Hunde zu fordern, so, wie die Hirtenhunde ursprünglich
waren.
Im
Ziel dieser Erneuerung wird man nicht nur die Züchter, sondern auch die Richter
und alle fachkundigen Kynologen einsetzen. Wenn etwas in der Kynologie dem
nationalen Interesse nahe steht, dann ist es diese Arbeit, die wir zum Glück
begonnen haben. Wir hoffen. dass wir zusammen mit den mazedonischen Kollegen,
erfolgreich eine gemeinsame Aktivität auf den Weg bringen können.
Wir
sind heute zusammen, um uns, selbstverständlich im Rahmen des Standards, zu
einigen, wie wir am besten durch das Bewerten der phänotypischen
Hauptkonstanten und stabiler Orientierungspunkte, die den Grundbegriff des Typs
dieser Molosser bilden, unser Ziel erreichen. Durch Anregungen können wir
bestimmen, wie sie phänotypisch selektiert werden können, und so die Hunde aus
dem Sar Planina Gebirge bleiben. Dabei müssen wir auch den jetzigen Stand
berücksichtigen und die veränderten Umstände der Zuchtarbeit, die von
unterschiedlichem Aussehen ausgehen. Die Züchter haben dauerhafte
Schwierigkeiten die Struktur des idealen Typs zu erhalten.
Wir
haben kein Recht, der Rasse, die wir urban geschaffen haben, einen anderen
Namen zu geben. Das wäre ein kurzer Weg in die Zukunft. Auf der anderen Seite
ist der Typ des Sarplaninac deshalb im Vorteil, weil er noch immer vom
ursprünglichen, genetischen Vorteil schöpfen kann.
Derjenige,
der das Sar Planina Gebirge und den Sarplaninac nicht kennt, wird diese Rasse
nie so umfassend lieben wie sie es verdient. Wir sind heute hier, weil wir sie
lieben, und um uns zu einigen, wie wir sie erhalten können.
Obrad
Scipic
Soweit
dieser Artikel. Seither ist der Krieg über das Land und die Hunde hinweggefegt
und er hat viele und teilweise gute Ansätze mitgerissen. So streiten heute
Serben und Albaner über ihre Zukunft und damit natürlich auch darüber, was aus
den Hunden des Sharr Gebirges werden soll.

Bombardiertes
Gebäude in Belgrad 1999
Quelle:
Wikipedia
In
einigen Punkten bin ich zwar völlig anderer Meinung, aber ich denke, dieser
Artikel sagt viel über die Zucht in Serbien aus, unter anderem über die Zerrissenheit.
Einen
Ausschnitt aus einem anderen Artikel von Scipic möchte ich noch einfügen, denn
er passt zu dem eben geschriebenen:
"
...Wie bei allen Hirtenhunden ist auch beim Sarplaninac das typische Aussehen
in einem weiten Rahmen und sie zeigt sich in einer großen Verschiedenheit des
Phänotyps. Ein solcher Umstand ist ein glücklicher Vorteil für die genetische
Struktur und ein Reichtum des rassischen Potentials. Auf der anderen Seite
stellt er bei uneingeweihten Züchtern und einer Zahl von Richtern ein Hindernis
dar, mit einem großen Risiko für die Rasse, die so in einen überbetonte,
unsachliche Grundauswertung führt und so im Laufe einer langen Anwendung in die